Welche Grenze hat deine Toleranz?

Jener Teil der Bevölkerung, der trotz der Aufhebung der Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus weiterhin akribisch Abstand zu seinen Mitmenschen hält und auch weiterhin Maske trägt, machte mich bis vor einigen Tagen noch wütend. Mir wollte perdu nicht in den Kopf gehen, wie diese Menschen, vorbei an jedweder wissenschaftlichen Erkenntnis, weiterhin freiwillig durch Plastik gefilterte Luft atmen. Gleichgültig, ob im Supermarkt, allein im Auto oder sogar beim Spazierengehen im Wald. Wie immer in derartigen Situationen, wenn ich Menschen beobachte, die scheinbar vollkommen sinnlose Dinge tun, stellte sich mein Unterbewusstsein auch in diesem Fall die Frage, was diese Menschen wohl dazu animiert, sich so zu verhalten. Ist es Angst? Ist es Dummheit? Ist es eine Mischung aus beidem?


Ich besuche mit Kind und Kegel relativ häufig einen kleinen Laden in meinem Wohnort, dessen Inhaberin eine Freundin der Familie ist. Sofort, als die Maßnahmen aufgehoben wurden, brachte ich auf Wunsch der Ladeninhaberin auf der Innenseite ihrer Eingangstür einen von außen deutlich sichtbaren Zettel an, auf dem steht: "Ich bestehe in meinem Laden nicht auf das Tragen einer Maske. Ich freue mich über ein Lächeln von euch." Nur wenige Meter die Straße herunter, kurz vor unserer Haustür, zeigt sich das ganze Gegenteil. Hier schreibt wiederum ein anderer Laden durch ein auffälliges Hinweisschild seinen Kunden vor, dass im Inneren des Geschäftes die Maskenpflicht gilt. Dabei haben die Kunden aber nicht die Wahl zwischen einer OP-Maske und anderen Modellen, sondern sie werden durch die Ladeninhaberin dazu aufgefordert, vor dem Betreten eine ffp2-Maske aufzusetzen. Angesichts stetig sinkender Infektionszahlen, empfinde ich ein solches Verhalten bestenfalls als grotesk. Doch noch immer steht die Frage im Raum, wieso die Menschen sich so unterschiedlich verhalten. Was sagt oder zeigt uns das?


Es zeigt vor allem, dass die Menschen vollkommen gespalten sind. Die Politik gibt jedem die Möglichkeit, frei zu entscheiden, wer sein Gesicht im eigenen Geschäft verhüllen muss und wer nicht. Aufgrund persönlicher Abneigung gegen die Maske sowie all diejenigen, die sie verehren, meide ich so oder so jedes Geschäft, das zum Tragen der Maske verpflichtet. Nichtsdestotrotz komme ich durch reine Beobachtung immer wieder in die Situation, über solch ein absurdes Verhalten erbost zu sein. Und dann erstelle ich mir wiederum die Frage, ob ich überhaupt das Recht habe, darüber erbost zu sein. Sollte ich nicht viel lieber das Prinzip der Toleranz leben, wozu auch gehört, dass ich den Masken-Fetischismus einiger einfach akzeptiere? Ist das überhaupt die Form der Toleranz, die ich leben möchte? Und je mehr ich darüber nachdachte, umso mehr gelang ich zu der Erkenntnis, dass es für das Ausleben von Toleranz vollkommen unerheblich ist, ob ich Dinge gut finde oder nicht. Denn Toleranz bedeutet ja eben, dass man auch Dinge akzeptiert, die einem nicht gefallen. Man muss sie nicht respektieren, aber akzeptieren. Ich denke, das ist das Grundprinzip der Toleranz. Gleichwohl nutzt die Politik die Definition von Toleranz dazu, um ihrer verquere Vorstellung des zukünftigen Lebens im 21. Jahrhundert an die Menschen zu bringen. Ständiges Gendern, Männer, die plötzlich menstruieren und sogar schwanger werden können und Bundestagsabgeordnete, die eindeutig mit einem Penis zwischen den Beinen bewaffnet auf eigenen Wunsch als Frau durchgehen, um die Frauenquote oben zu halten. Bin ich auch bereit, das zu akzeptieren? Bin ich so tolerant?


Ich denke, auch, wenn Toleranz aufgrund seiner Definition kein sachliches Ende kennt, so kennt sie dennoch ein ethisches Ende. Die Ethik lehrt uns im Großen und Ganzen die Unterscheidung zwischen richtig und falsch. Und ich spreche hier ausdrücklich nur für mich, wenn ich sage, dass schwangere Männer Schwachsinn sind. Ebenso menstruierende Männer. Die sind erstens biologisch vollkommen absurd und zweitens intellektuell betrachtet bestenfalls Nonsens. Noch vor einigen Jahren, wären derartig merkwürdige Neigungen als psychologische Störung abgetan worden. Psychologische Störungen, wie beispielsweise die Objektophilie, bei der sich Menschen in Gegenstände verlieben. Ähnliches gilt für die Zoophilie, bei der Menschen sich zu Tieren hingezogen fühlen. All das sind Randerscheinungen, die in absolut keinem Einklang mit der natürlichen Evolution stehen. Und wer nun der Meinung ist, ich bin zu hart oder meine Meinung ist zu direkt, der stelle sich doch einmal die Frage, ob eine Frau tatsächlich imstande ist, mit einer Passagiermaschine des Typs Boeing 747 ein Kind zu zeugen? Ebenso, und das wird jetzt ein wenig heftiger, kann sich derjenige gern auch einmal die Frage stellen, ob es möglich ist, dass ein Mensch mit einer Zoophilen Neigung in der Lage ist, mit einer Ziege ein Kind zu zeugen? Nein, an dieser Stelle muss ich ganz ehrlich zu mir selber sein und sagen, dass das definitiv nicht normal ist. Und genauso wenig ist es normal, dass Männer menstruieren und schwanger werden können.


Etwas vollkommen anderes ist hingegen meine Einstellung gegenüber Homosexuellen Menschen. Ich empfinde es, auch wenn es mich persönlich nicht erregt, als durchaus nachvollziehbar, dass Menschen sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen. Und ja, auch daraus kann kein Kind resultieren. Zumindest nicht auf natürlichem Wege. Aber dennoch ist es etwas vollkommen anderes, als wenn ich als Mann mit Penis in der Hose steif und fest behauptet, dass ich monatlich menstruiere. Und wenn ich das auf natürlichem Wege nicht kann, dann schmiere ich mir eben Ketchup oder Marmelade in die Unterhose. Nein, das ist nicht normal und an dieser Stelle hört mein Verständnis von Toleranz definitiv auf. Es hört vor allem aber auch deshalb an dieser Stelle auf, weil ich nicht möchte, dass auch nur eines meiner drei Kinder irgendwann in der Schule in der Sexualkunde lernt, dass das völlig normal ist. Denn es ist nicht normal. Für denjenigen, der diese Neigungen empfindet, mag es normal sein und sogar erotisch oder emotional. Doch ethisch, moralisch sowie biologisch betrachtet, ist es einfach falsch!


Und siehe da, die Grenze meiner Toleranz ist schnell ausgemacht. Und nun stellt sich mir die Frage: Wenn die Toleranz per Definition dazu in der Lage ist, nahezu alles und jeden zu akzeptieren, wieso akzeptiere ich dann nicht das? Bin ich intolerant? Und jedes Mal, wenn ich mir diese Frage stelle, komme ich immer wieder zu demselben Ergebnis, welches da lautet: Doch, ich bin durchaus sehr tolerant. Aber auch mein Verständnis von Toleranz geht nicht über jedwede natürliche Grenze hinaus. Es gibt biologische sowie ethisch-moralische Barrieren, die meine Toleranz nicht überschreiten kann. Und sie kann es vor allem deshalb nicht, weil ich ein denkendes menschliches Wesen bin, das Schwachsinn erkennt.


Das ist aber nicht das Fazit meines kleinen Artikels. Das Fazit wird nur denjenigen wirklich bewusst sein, die meine Worte absolut nachvollziehen und verstehen können. Denn ich möchte keinesfalls zum Ausdruck bringen, dass Toleranz auch ein gewisses Maß an Intoleranz beherbergt. Vielmehr möchte ich zum Ausdruck bringen, dass Toleranz für uns und für andere nur dann einen positiven Effekt hat, wenn wir auch damit leben können. Lernen wir hingegen mit absolut jedem Schwachsinn tolerant umzugehen, verlieren wir uns selbst. Nämlich genau dann werden wir intolerant gegenüber uns selbst. Wie absolut alles im Leben, was sich unserem Einfluss entzieht, ist die Toleranz eine Form des ganz persönlichen Intelligenztests. Sie ist ein von Menschenhand erschaffenes Konstrukt, welches uns unsere eigenen Grenzen aufzeigt. Die Toleranz ist die Grenze eines jeden eigenen ethisch-moralischen Verhaltens. Sie ist nicht die ultimative Bedienungsanleitung, um absolut alles auf diesem Planeten bedingungslos zu akzeptieren. Sie ist immer nur eine ganz persönliche Grenze und niemals eine Barriere, die von der Politik oder einer anderen elitären Organisation vorgegeben wird. Sie ist immer das ganz persönliche Erscheinungsbild dessen, was wir in unserem Leben geradeso akzeptieren können.