Revolution (?) Reformation (?) (Veröffentlicht am 18. August 2004)

Abgesehen davon, daß das Lammentieren diverser Politiker über den Begriff "Montagsdemonstration" an sich der blanke Hohn ist (sie wissen einfach nicht, wie sie darauf begegnen sollen), würde ich persönlich es auch nicht Montagsdemonstration nennen.


Ich nenne es aus nachfolgend geschilderten Überlegungen heraus "Revolution" - zugegeben, ein bißchen hochgegriffen, aber ich bin halt ein grundsätzlich positiv denkender Mensch:

Dieser Staat, so wie er jetzt existiert, ist nicht mehr auf Dauer überlebensfähig!


Und ich sehe einige Parallelen zum Ende der DDR und insofern ist der Begriff der Montagsdemonstration nicht ganz falsch.

Dieser Staat und sein immenser Verwaltungsapparat ist, wie die DDR damals auch, nur noch für sich selbst da.

Bestes Beispiel und fast schon Klischeehaft sind die regelmäßigen Diätenerhöhungen.


Eine Mißachtung des Volkes Wille findet eh schon seit Jahren statt und offenbart sich jetzt in den Reaktionen der verfilzten Politiker bezüglich der Demos!

Reformen können nur angestammte Politiker und Regierungen durchführen - wie wir aber gesehen haben, sind diese samt Opposition unfähig. Da diese aber - wie andere Diktaturen auch (Wir haben eine Diktatur des Geldes!) - kaum freiwillig ihren Platz räumen werden, wird eine Revolution herhalten müssen.

Einleuchtend oder?


Hier noch ein paar Punkte für danach, welche meines Erachtens auch kaum per Reform in der derzeitigen Wirtschaftsstruktur durchsetzbar wären:

Der Vorteil in unserem Wirtschaftssystem: es ist genug Geld da. Der Nachteil: es ist nur zu einem Bruchteil im Umlauf und, noch viel schlimmer, es sind 80 % des Vermögens in den Händen von 10 % der Bevölkerung (wenn sich die Zahlen nicht schon wieder geändert haben).


Das heißt, daß Geld muß in Umlauf gebracht werden. Größter Feind des Umlaufs ist der Zins auf Guthaben, wodurch Millionäre nie arm werden, wenn sie es nur auf der Bank lassen. Der einigermaßen wirtschaftlich Interessierte Bürger weiß, daß für jeden Euro Zins auch ein entsprechender Gegenwert da sein muß und dafür entsprechend gearbeitet werden muß. Irgendwann am Ende der Zinseszins-Spirale muß aber dann mehr Zins gezahlt werden, als Arbeit vorhanden ist und somit kollabiert auch dies.

Wir ziehen also 2 Vorteile aus der Zinsabschaffung für Guthaben: Das Geld bei den "armen Millionären" kommt wieder in Umlauf, da diese es investieren müssen, bevor es wieder alle wird. Milliardäre freilich werden keinen so großen Schaden daran nehmen, allerdings sollten sie auch nicht so viel dagegen haben, denn sie haben ja genug...sozusagen.

Und 2. durch die Investitionen und den Umlauf des Geldes wird wieder Arbeit frei und vor Allem bezahlbar - Man stelle sich vor: so einfach entstehen Arbeitsplätze - und das Mitten im teuren Deutschland!


Weitere Änderungen würde ich bei Aktienkäufen, oder richtiger: Firmenbeteiligungen machen.


Der Mannesmannfall hat es noch einmal eindrücklich gezeigt:


Ich würde das Aktienrecht so ändern, das es auch Konsequenzen hat, wenn jemand dagegen verstößt. Weiterhin sollen Aktienkäufe wieder Investitionen sein und keine Spekulationen. Widerspricht der Bequemlichkeit vieler Leute, aber nur so können auch Aktiengesellschaften (ich meine kleinere Gesellschaften) wieder perspektivisch denken und müssen ihren Aktionären nicht mehr die Taschen voll hauen. So Geschehen bei den riesigen Versammlungen diverse Großkonzerne. In einem Leserbrief stand einmal: "...so, wie Konzerne vorgeben sparen zu müssen, müssen sie doch kurz vor der Insolvenz stehen...". Leider ist mir der Verfasser nicht mehr bekannt. Und doch hat er Recht. Auch wenn jeder weiß, daß diese Konzerne alles andere als Insolvenzgefährdet sind. Und doch müssen sie sparen, da die Aktionäre jedes Jahr/Quartal auf's Neue Prozente sehen wollen, und das geht nur bei steigenden Umsätzen und wenn die nicht kommen, muß halt gespart werden.


Auch diese Spirale hört irgendwann auf, sich zu drehen!


Zu Guterletzt noch die unter anderem von "ATTAC" geforderte Tobinsteuer: Die Steuer auf Finanztransaktionen, wo Grenzenüberschreitend Währungen gehandelt werden und damit Geld verdient wird - in Milliardenhöhe! Und das ohne einen Euro Steuer abzuführen und das auch noch ganz legal! Man stelle sich dagegen die Torturen des Pöbels von der Straße gegenüber dem Finanzamt vor...

Reformen, welche wirklich etwas bewegen und verbessern würden, aber von den derzeitigen Polikern nicht durchgesetzt werden, da sie wider diverser Lobbyverbände und Interessengruppen handeln würden.

Diese 10 % der Bevölkerung haben damit mehr Macht, als der Rest der Bevölkerung, welche wirklich etwas von diesen Veränderung hätten.


Wenn, ja wenn sie dafür nicht auf die Straße gehen!