Demokratie in Deutschland? (veröffentlicht am 6. Februar 2002)

Irgendwie finde ich die Diskussion über die Wahl ob CDU oder SPD oder nun mehr auch die FDP oder oder... sehr oberflächlich.

Mit Herrn Stoiber tritt eine Partei an den Start, (mit guten Aussichten wie ich meine) welche noch vor ein paar Monaten einen Spendenskandal hatte (dessen Untersuchung übrigens immer noch läuft). Damit will ich nicht sagen, daß Herr Stoiber ähnlich Herrn Kohl die Partei ist - aber er wird nun mal dafür hervorgestreckt.

Wie aber kann es sein, daß eine Partei "Gute Aussichten" auf einen Sieg hat - wohlgemerkt Sieg zur Macht, nicht zur Demokratie - welche aber *offensichtlich* korrupt ist?!

Nun, wie dem auch sei - es wäre töricht und geradezu niederschlagend naiv zu denken, die SPD wäre besser - wir haben ja immerhin einen Automobilkanzler (Zufall oder Schicksal?).

Gemeinhin werden "da oben" zu weil Entscheidungen getroffen, welche wider jeder Vernunft sind - wer das leugnet, glaubt wohl auch, daß es in Deutschland keine korrupte Politik gibt (Ist wohl wirklich eine Glaubensfrage...). Ich möchte damit ja auch nicht sagen, daß überall korrumpiert wird. Aber in kleinen Dörfern und Städtchen lohnt sich das nun mal nicht so, wie in Hamburg, Berlin oder Frankfurt/M.

Nun:

Geld- und Machtgier sowohl in Wirtschaft als auch Politik haben längst die so hoch gelobte Demokratie verdrängt. Dieser Gier stehen auch freie Meinungen und Geister entgegen und gehören somit abgeschafft oder unterdrückt. Z.Z. ist wieder Brunftzeit der Parteien - wann besser zeigt sich diese Gier nach dem Geld- und Machterhalt bzw. die Wiedererlangung derselben, als zum Wahl"KAMPF"?! Und was geschieht seit Jahr und Tag nach der Wahl/Brunftzeit? Eine Totgeburt...

Ist denn noch niemandem aufgefallen, daß z.B. die machthabende Partei irgendwas vorschlägt und die Opposition grundsätzlich erst einmal dagegen ist? (Diese Konstellation und Verhalten tritt immer in Erscheinung...)

Leben wir nun in einer Demokratie oder nicht?

Wen sollen wir wählen?

Solange dieses System herrscht, welches offensichtlich alles andere, nur keine Demokratie ist, gibt es auch keine Partei, die ich mit ruhigem Gewissens (Hauptsache Ruhig - welch Wortspiel) wählen kann, bzw. keine Partei, welche mit ruhigem Gewissen / unruhigem Wissen regieren kann.

Es ist ein Fehler im System - aber es ist ja einfacher, und jedem lieber, einen Fehler zu ignorieren, anstatt ihn zu beheben.

Ich für mich entscheide, nicht zu wählen. Für mich gibt das keinen Sinn. Ich schimpfe aber auch nicht auf die da oben oder das System. Ich bin der Meinung, daß jeder erst vor seiner eigenen Haustür sauber machen sollte - und das versuche ich. Und so trage ich meine Gedanken nach Außen. Bis es hoffentlich jeden in Deutschland erreicht hat und sich durch die Gedanken der (grauen) Masse etwas ändert.



(Veröffentlicht am 6. Februar 2002)